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Der Himmel – Astronomie

Die Perseiden: der Meteorstrom im August

Die Perseiden sind ein jährlicher Meteorstrom, der von Mitte Juli bis Ende August aktiv ist und meist um den 12./13. August sein Maximum erreicht. Am besten beobachtest du sie nach Mitternacht an einem dunklen Ort, fern vom Licht der Städte und möglichst bei schwachem Mondlicht. Du brauchst dafür keine Ausrüstung.

Was die Perseiden sind

Die Perseiden sind ein Meteorstrom, der jeden Sommer wiederkehrt. Jede „Sternschnuppe“ ist die leuchtende Spur eines winzigen Staubkorns, oft nicht größer als ein Sandkorn, das mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt und die Luft um sich herum so stark erhitzt, dass sie leuchtet. Das Licht entsteht in etwa 100 Kilometern Höhe. Einen allgemeinen Überblick findest du in unserem Artikel über Meteorströme.

Der Strom gehört zu den beliebtesten der Nordhalbkugel, vor allem weil sein Maximum in warme Sommernächte fällt, in denen viele Menschen draußen sind und der Himmel oft klar ist.

Komet Swift–Tuttle

Die Quelle der Perseiden ist der Komet 109P/Swift–Tuttle, der 1862 unabhängig voneinander von den amerikanischen Beobachtern Lewis Swift und Horace Tuttle entdeckt wurde. Einige Jahre später zeigte der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli, dass die Bahn des Kometen mit der Bahn der Teilchen des Stroms übereinstimmt – eine der ersten klaren Verbindungen zwischen einem Kometen und einem Meteorstrom.

Der Komet umrundet die Sonne etwa alle 133 Jahre. Seine letzte größte Annäherung an die Sonne war 1992, die nächste wird für 2126 erwartet. Jedes Mal hinterlässt ein Komet einen Strom feiner Trümmer entlang seiner Bahn. Jeden August durchquert die Erde diesen Strom, und die Teilchen treten mit etwa 59 Kilometern pro Sekunde in unsere Atmosphäre ein. Die Perseiden, die du siehst, sind Überreste des Kometen, nicht der Komet selbst.

Der Radiant im Perseus

Die Perseiden scheinen von einem Punkt am Himmel auszustrahlen, dem Radianten (dem Punkt, aus dem die Meteore zu kommen scheinen). Er liegt im Sternbild Perseus, das dem Strom seinen Namen gibt. Das ist ein Perspektiveffekt, ähnlich wie Eisenbahnschienen, die sich am Horizont zu treffen scheinen: Die Teilchen bewegen sich auf nahezu parallelen Bahnen.

Perseus steht am Nordhimmel, in der Nähe der Kassiopeia. Am späten Abend steht er tief im Nordosten und steigt im Lauf der Nacht höher. Deshalb sieht man nach Mitternacht mehr Meteore: Der Radiant steht höher, und die Bewegung der Erde um die Sonne dreht den Beobachter den eintreffenden Teilchen entgegen.

Du musst nicht direkt auf den Radianten schauen. Meteore tauchen am ganzen Himmel auf, und die längsten Spuren sieht man oft 30–40 Grad von ihm entfernt. Verfolgst du eine Spur rückwärts, führt sie dich zum Perseus.

Wann ist das Maximum?

Laut der International Meteor Organization (IMO) ist der Strom von etwa Mitte Juli bis Ende August aktiv, mit dem Maximum meist um den 12./13. August. Der genaue Zeitpunkt des Maximums verschiebt sich von Jahr zu Jahr leicht. Schau deshalb in einen aktuellen Kalender der IMO oder einer anderen wissenschaftlichen Organisation.

Unter idealen Bedingungen (sehr dunkler Himmel, Radiant hoch am Himmel) könnte man bis zu etwa 100 Meteore pro Stunde sehen. Diese Zahl heißt ZHR (zenithal hourly rate, eine theoretische Zählrate für perfekte Bedingungen). In der Praxis siehst du weniger: Lichtverschmutzung, Wolken, ein tiefstehender Radiant und Mondlicht verringern die Zahl. An einem guten Beobachtungsort sind einige Dutzend pro Stunde realistisch, in der Stadt deutlich weniger.

Auch in den Nächten vor und nach dem Maximum tauchen Meteore auf, eine bewölkte Nacht muss den Plan also nicht verderben. Versuch es in der Nacht davor oder danach.

Wie der Mond die Sicht beeinflusst

Ein heller Mond erleuchtet den Himmel und verdeckt die schwächeren Meteore. Am günstigsten sind Jahre, in denen das Maximum nahe Neumond oder bei einer schmalen Sichel liegt. Ist der Mond fast voll, siehst du meist nur die helleren Meteore.

Schau dir die Mondphase für deine gewählte Nacht an. Ist der Mond hell, halte ihn hinter einem Gebäude, Baum oder Hügel oder dreh ihm den Rücken zu. Manchmal geht der Mond spät auf, und der erste Teil der Nacht bleibt dunkel. Mehr über den Mond erfährst du in einem eigenen Artikel.

Praktische Tipps

Allgemeine Tipps zum Nachthimmel findest du unter So beobachtest du den Himmel. Wenn dich die Perseiden begeistern, wartet im Dezember ein weiterer beliebter Strom: die Geminiden.

Kurz gesagt

Die Perseiden sind Trümmer des Kometen Swift–Tuttle, mit einem Radianten im Perseus. Ihr Maximum liegt um den 12./13. August, und die Bedingungen sind nach Mitternacht, unter dunklem Himmel und ohne hellen Mond am besten. Du brauchst keine Ausrüstung, nur Geduld, warme Kleidung und einen weiten Blick über den Himmel.

Fragen und Antworten

Wann sind die Perseiden?

Der Strom ist von etwa Mitte Juli bis Ende August aktiv und erreicht meist um den 12./13. August sein Maximum. Der genaue Zeitpunkt ändert sich jedes Jahr leicht, schau also in einen aktuellen Kalender der International Meteor Organization.

In welche Richtung soll ich schauen, um die Perseiden zu sehen?

Du musst nicht direkt auf den Radianten im Perseus am Nordhimmel schauen. Meteore tauchen überall auf. Such dir also einen Platz mit weitem, freiem Blick, schau nach oben und lass deine Augen möglichst viel vom Himmel erfassen.

Wie viele Meteore kann ich pro Stunde erwarten?

Unter idealen Bedingungen liegt das theoretische Maximum (ZHR) bei etwa 100 pro Stunde. In Wirklichkeit ist die Zahl niedriger und hängt von der Dunkelheit des Himmels, Wolken, der Höhe des Radianten und dem Mond ab. In der Stadt siehst du deutlich weniger als an einem dunklen Ort.

Brauche ich ein Teleskop oder Fernglas?

Nein. Meteore sind schnell und überziehen einen großen Teil des Himmels, deshalb helfen Teleskope und Ferngläser nicht. Am besten beobachtest du mit bloßem Auge in bequemer, zurückgelehnter Position.

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Quellen

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