Der Himmel – Astronomie
Kometen: eisige Reisende
Ein Komet ist ein kleiner Körper aus Eis, Staub und Gestein, der die Sonne umkreist. Nähert er sich der Sonne, verwandelt sich sein Eis in Gas und bildet um den Kern eine leuchtende Koma. Sonnenlicht und Sonnenwind drücken Material zu einem Schweif, der immer von der Sonne weg zeigt.
Was ist ein Komet?
Ein Komet ist ein kleiner Körper aus gefrorenen Gasen, Staub und Gestein. Oft wird er „schmutziger Schneeball“ genannt. Der Ausdruck ist vereinfacht, trifft den Kern der Sache aber gut: Der Kern besteht aus einer Mischung aus Eis und dunklem Staub. Weit von der Sonne entfernt ist ein Komet kalt, dunkel und fast unsichtbar. Je näher er kommt, desto mehr „erwacht“ er und kann zu einem der schönsten Anblicke am Himmel werden.
Kern, Koma und Schweif
Ein Komet hat drei Hauptteile.
Kern. Das ist der feste Kern. Er misst meist zwischen einigen hundert Metern und einigen Dutzend Kilometern, im Vergleich zu Planeten also winzig. Seine Oberfläche ist sehr dunkel und reflektiert nur einen kleinen Teil des einfallenden Lichts.
Koma. Nähert sich ein Komet der Sonne, verwandelt die Wärme einen Teil seines Eises direkt in Gas. Dieser Vorgang heißt Sublimation (Übergang von fest zu gasförmig, ohne flüssigen Zustand). Das Gas reißt Staub mit und bildet eine riesige, diffuse Wolke um den Kern. Die Koma kann viel größer sein als der Kern selbst, manchmal sogar größer als ein Planet.
Schweif. Ein Komet hat eigentlich zwei Schweife, und sie sehen oft unterschiedlich aus.
- Der Staubschweif ist breit, leicht gebogen und gelblich oder weiß, weil der Staub das Sonnenlicht reflektiert. Der Strahlungsdruck schiebt die Teilchen weg, und sie ziehen sich oft entlang der Bahn des Kometen.
- Der Ionenschweif (Gasschweif) ist dünn, gerade und bläulich. Er entsteht, wenn die Strahlung der Sonne das Gas ionisiert (ihm Elektronen entreißt) und der Sonnenwind, ein Strom geladener Teilchen von der Sonne, es davonträgt.
Wichtig zu wissen: Der Schweif zeigt nicht die Bewegungsrichtung des Kometen an. Er zeigt immer von der Sonne weg. Nach der Umrundung der Sonne fliegt ein Komet daher mit dem Schweif voraus. Schweife können Millionen Kilometer lang werden, bestehen aber aus extrem dünnem Material.
Woher Kometen kommen
Nach heutigen Modellen sind Kometen Überbleibsel aus der Frühzeit des Sonnensystems, vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstanden. Sie bewahren Material aus dieser Zeit, weshalb Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sie so gern erforschen.
Man unterscheidet meist zwei Reservoirs:
- Der Kuipergürtel ist eine Region eisiger Körper jenseits der Bahn des Neptun, in der auch Pluto zu Hause ist. Viele kurzperiodische Kometen, die die Sonne in weniger als 200 Jahren umrunden, stammen von dort. Die Schwerkraft der Riesenplaneten, vor allem des Jupiter, kann sie ins innere Sonnensystem lenken, daher ist die Geschichte vieler Kometen mit ihnen verknüpft.
- Die Oortsche Wolke ist eine hypothetische, sehr weit entfernte kugelförmige Hülle aus eisigen Körpern, die das Sonnensystem umgeben soll. Langperiodische Kometen, deren Umlauf Hunderte bis Tausende oder sogar Millionen Jahre dauert, stammen vermutlich von dort.
Der bekannteste Komet ist der Halleysche Komet. Er kehrt etwa alle 76 Jahre zurück. Seinen sonnennächsten Punkt (Perihel) hatte er zuletzt 1986, die nächste Rückkehr wird für 2061 erwartet. Er ist ein Beispiel für einen periodischen Kometen, dessen Wiederkehr sich berechnen lässt.
Kometen werden meist nach ihren Entdeckern oder nach dem Suchprogramm benannt, das sie gefunden hat. So hält der Name fest, wie jeder einzelne entdeckt wurde.
Ein Highlight der Forschung: die Rosetta-Mission
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) schickte die Rosetta-Mission zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Die Sonde erreichte ihn 2014 und umkreiste den Kern über zwei Jahre lang, während ihr Lander Philae die erste weiche Landung auf einem Kometen schaffte. Die Daten zeigten eine komplexe Form, oft als zwei zusammengefügte Lappen beschrieben, und eine überraschend dunkle und vielfältige Oberfläche. Messungen des Wassers in der Koma ergaben außerdem ein anderes Verhältnis der Wasserstoff-Isotope als in den Ozeanen der Erde, ein wichtiger Beitrag zur Debatte darüber, woher das Wasser der Erde stammt.
Kometen und Meteorströme
Auf seinem Weg hinterlässt ein Komet eine Spur aus winzigen Körnchen und Steinchen. Kreuzt die Erdbahn eine solche Spur, treffen die Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf unsere Atmosphäre und verglühen als Meteore. So entstehen Meteorströme.
Beispiele:
- Die Perseiden im August stammen vom Staub des Kometen Swift-Tuttle.
- Die Orioniden im Oktober und die Eta-Aquariden im Mai hängen mit Staub des Halleyschen Kometen zusammen.
Es gibt Ausnahmen. Die Geminiden hängen mit dem Objekt Phaethon zusammen, das als Asteroid und nicht als klassischer Komet eingestuft wird. Die Grenze zwischen Asteroiden und Kometen ist nicht immer scharf.
So beobachtest du einen Kometen
Die meisten Kometen sind lichtschwach und nur im Fernglas oder Teleskop zu sehen. Kometen, die mit bloßem Auge sichtbar sind, sind selten und oft schwer vorherzusagen, denn die Helligkeit eines Kometen hängt von seiner Zusammensetzung und seinem Verhalten nahe der Sonne ab. Helligkeitsprognosen sind daher nur ungefähr.
Einige nützliche Tipps:
- Informiere dich bei Sternwarten und Astronomie-Seiten über den aktuellen Kometen und darüber, wo und wann er am Himmel steht.
- Entferne dich vom Licht der Stadt. Lichtverschmutzung mindert die Sichtbarkeit diffuser Objekte stark.
- Gib deinen Augen etwa 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
- Nimm ein Fernglas, wenn der Komet lichtschwach ist. Hier erfährst du, wie du dich zwischen Fernglas und Teleskop entscheidest.
- Kometen wandern meist langsam vor den Sternen, vergleiche ihre Position also von Nacht zu Nacht. Je nach Bahn kann sich ein Komet nahe der Ekliptik oder weit von ihr entfernt bewegen.
Allgemeine Tipps zur Himmelsbeobachtung findest du unter So beobachtest du den Himmel. Schau niemals ohne geeigneten Filter durch Fernglas oder Teleskop in die Sonne, auch nicht, wenn ein Komet in ihrer Nähe steht.
Kurz gesagt
Ein Komet ist ein eisiger Körper, dessen Kern bei Annäherung an die Sonne eine Koma und Schweife bildet. Kometen sind Relikte aus der frühesten Geschichte des Sonnensystems, und der Staub, den sie hinterlassen, erscheint uns als Sternschnuppen. Jeder von ihnen ist eine kleine Zeitkapsel.
Fragen und Antworten
Was ist ein Komet?
Ein Komet ist ein kleiner Körper aus Eis, Staub und Gestein, der die Sonne umkreist. Kommt er der Sonne nahe, verwandelt sich sein Eis in Gas und bildet eine leuchtende Wolke (die Koma) und einen Schweif.
Warum hat ein Komet einen Schweif?
Die Wärme der Sonne lässt das Eis verdampfen, und Sonnenlicht und Sonnenwind drücken Gas und Staub weg. Deshalb zeigt der Schweif immer von der Sonne weg und nicht nach hinten entlang der Bahn des Kometen.
Wann kehrt der Halleysche Komet zurück?
Der Halleysche Komet umkreist die Sonne etwa alle 76 Jahre. Zuletzt kam er 1986 nahe, die nächste Rückkehr wird für 2061 erwartet.
Kann man einen Kometen mit bloßem Auge sehen?
Manchmal, aber die meisten Kometen sind zu lichtschwach und brauchen ein Fernglas oder Teleskop. Helle Kometen sind selten, und ihre Helligkeit lässt sich schwer vorhersagen.
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