Lektionen · Der Himmel · 3
Der Mond: Phasen, Knoten und Finsternisse
Ziel: Nach dieser Lektion kannst du die Mondphase an seinem Aussehen erkennen und erklären, wann und warum Sonnen- und Mondfinsternisse entstehen.
Warum der Mond sein Gesicht verändert
Der Mond leuchtet nicht selbst, er reflektiert Sonnenlicht. Zu jedem Zeitpunkt ist genau die Hälfte von ihm beleuchtet. Während der Mond die Erde umkreist, sehen wir einen wechselnden Teil dieser beleuchteten Hälfte, und diese Veränderungen sind die Phasen. Ein voller Zyklus von Neumond zu Neumond dauert etwa 29,5 Tage und heißt synodischer Monat.
Die Phasen im Überblick
Bei Neumond steht der Mond zwischen Erde und Sonne, und die uns zugewandte Seite ist dunkel. Ein paar Tage später erscheint eine dünne Sichel, die wächst. Etwa eine Woche nach Neumond sehen wir das erste Viertel, eine halbe Scheibe. Dann folgt der Vollmond: Die Erde steht zwischen Sonne und Mond, und die ganze Scheibe ist beleuchtet. Danach nimmt der Mond über das letzte Viertel ab und wird wieder zur Sichel.
Ein praktischer Tipp für die Nordhalbkugel: Ein zunehmender Mond ist rechts beleuchtet, ein abnehmender links. Eine dünne Sichel ist oft abends tief im Westen oder vor der Morgendämmerung tief im Osten zu sehen. Neben ihr bemerkst du manchmal ein schwaches Leuchten auf dem dunklen Teil. Das ist das Erdlicht (aschgraues Licht): Sonnenlicht, das erst von der Erde und dann vom Mond reflektiert wird. Mehr dazu unter Mondphasen.
Die geneigte Bahn und die Knoten
Die Mondbahn ist um etwa 5° gegen die Ekliptik geneigt, die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel. Deshalb zieht der Mondschatten bei den meisten Neumonden über oder unter der Erde vorbei. Bei den meisten Vollmonden läuft der Mond über oder unter dem Erdschatten hindurch. Es gibt dann keine Finsternis.
Die beiden Punkte, an denen die Mondbahn die Ebene der Ekliptik kreuzt, heißen Mondknoten. Einer ist aufsteigend, der andere absteigend. Die Knoten wandern langsam rückwärts entlang der Ekliptik und vollenden in etwa 18,6 Jahren einen vollen Kreis. Details findest du unter Mondknoten in der Astronomie.
Wann Finsternisse entstehen
Eine Finsternis ist möglich, wenn ein Neu- oder Vollmond in der Nähe eines Knotens stattfindet.
- Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich bei Neumond vor die Sonne. Eine totale Finsternis ist nur entlang eines schmalen Streifens auf der Erde zu sehen, weil Mond und Sonne an unserem Himmel fast gleich groß erscheinen. Außerhalb dieses Streifens ist die Finsternis partiell. Siehe Sonnenfinsternis.
- Mondfinsternis: Der Mond tritt bei Vollmond in den Erdschatten ein. Oft färbt er sich rötlich, weil Licht, das in der Erdatmosphäre gebrochen wird, ihn dennoch erreicht. Siehe Mondfinsternis.
Finsternisse treten in Finsternisperioden auf, etwa zweimal im Jahr. Sie wiederholen sich außerdem in einem Zyklus, den man Saros nennt: etwa 18 Jahre und 11 Tage.
Ein Hinweis zur Sicherheit: Schau niemals mit bloßem Auge, durch gewöhnliche Sonnenbrillen, ein Fernglas oder ein Teleskop ohne geeigneten Sonnenfilter in die Sonne. Du brauchst eine Finsternisbrille nach der Norm ISO 12312-2. Eine Mondfinsternis kannst du völlig gefahrlos beobachten.
Was die Tradition sagt
In der astrologischen Tradition heißen die Mondknoten Nordknoten und Südknoten. Sie gelten als Symbole für Richtung und vertraute Gewohnheiten, als Einladung, darüber nachzudenken, wohin wir wollen. Finsternisse werden traditionell mit Themen von Abschluss und Neubeginn verbunden. Das ist eine kulturelle Deutung, keine Wissenschaft. Die Astronomie zeigt nicht, dass Finsternisse oder Knoten Ereignisse in unserem Leben bestimmen. Siehe Mondknoten in der Astrologie.
Das solltest du dir merken
Phasen entstehen durch unseren Blickwinkel auf den beleuchteten Mond. Finsternisse brauchen eine genaue Ausrichtung von Sonne, Erde und Mond in der Nähe eines Knotens. Deshalb gibt es sie nur wenige Male im Jahr und nicht jeden Monat.
Übung am Himmel
- 1. Öffne den 3D-Himmel von Astronativa und wähle den Mond aus. Notiere dir seine heutige Phase. 2. Schiebe das Datum eine Woche lang Tag für Tag vor. Beobachte, wie sich der beleuchtete Teil verändert und von welcher Seite er beleuchtet wird. 3. Suche den nächsten Neumond und Vollmond. Vergleiche, wo der Mond relativ zur Ekliptik steht und warum es meist keine Finsternis gibt. 4. Geh abends nach draußen, wenn der Himmel klar ist. Entscheide anhand der beleuchteten Seite, ob der Mond zu- oder abnimmt. 5. Auf Wunsch kannst du eine Woche lang ein Notizbuch mit deinen Beobachtungen führen.
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