Der Himmel – Astronomie
Supermond: Ist der Mond wirklich größer?
Ein Supermond ist ein Vollmond (oder Neumond) nahe dem Perigäum, dem erdnächsten Punkt der elliptischen Mondbahn um die Erde. Laut NASA kann er im Durchmesser bis zu etwa 14 % größer und bis zu etwa 30 % heller erscheinen als ein Vollmond im Apogäum. Ohne Vergleich ist der Unterschied jedoch schwer zu bemerken.
Kurz erklärt
Der Supermond gehört zu den meistbesprochenen Himmelsanblicken, dabei steckt dahinter einfache Geometrie. Der Mond umkreist die Erde nicht auf einer perfekten Kreisbahn, deshalb ändert sich sein Abstand. Fällt ein Vollmond mit einem vergleichsweise nahen Punkt dieser Bahn zusammen, sprechen wir von einem Supermond. Der Effekt ist real, aber subtil.
Die elliptische Mondbahn
Die Bahn des Mondes ist eine Ellipse (ein leicht abgeflachtes Oval), kein Kreis. Der mittlere Abstand zwischen den Mittelpunkten von Erde und Mond beträgt etwa 384.400 Kilometer, schwankt aber im Lauf eines Monats um mehrere zehntausend Kilometer. Die Exzentrizität der Bahn (ein Maß dafür, wie gestreckt sie ist) liegt bei etwa 0,055: klein, aber genug, um die scheinbare Größe der Mondscheibe zu verändern.
Die Erde steht in einem Brennpunkt der Ellipse, nicht in ihrer Mitte. Deshalb nähert sich der Mond bei jedem Umlauf und entfernt sich wieder. Ein Umlauf, gemessen von einer größten Annäherung zur nächsten, dauert etwa 27,5 Tage. Mehr über unseren Trabanten findest du unter Mond.
Perigäum und Apogäum
Die beiden Extrempunkte der Bahn haben eigene Namen:
- Perigäum (aus dem Griechischen, „erdnah“) ist der nächste Punkt, etwa 360.000 Kilometer entfernt, in den engsten Fällen knapp unter 357.000.
- Apogäum ist der fernste Punkt, rund 405.000 Kilometer entfernt, in Extremfällen knapp über 406.000.
Ein Vollmond nahe dem Apogäum wird manchmal Mikromond genannt, also ein kleiner wirkender, weiter entfernter Vollmond. Weder „Mikromond“ noch „Supermond“ ist ein offizieller astronomischer Begriff, deshalb gibt es keine feste Regel, wie nah „nah genug“ ist.
Laut NASA kann ein Vollmond im Perigäum bis zu etwa 14 % größer und bis zu etwa 30 % heller wirken als einer im Apogäum. Die zusätzliche Helligkeit kommt von der größeren scheinbaren Fläche des Mondes, sodass mehr reflektiertes Sonnenlicht bei uns ankommt.
Woher das Wort „Supermond“ kommt
Das Wort stammt nicht aus der Astronomie. Der Astrologe Richard Nolle prägte es 1979 für einen Neu- oder Vollmond, der auftritt, wenn der Mond im oder nahe dem Perigäum steht. Der Name setzte sich breit durch, wird von Astronomen aber nicht offiziell verwendet. Der wissenschaftliche Begriff für die Situation lautet perigäischer Vollmond (perigäische Syzygie).
Sobald die Medien das Wort übernommen hatten, wurde es zur gängigen Bezeichnung für die erdnächsten Vollmonde. Deshalb zählen verschiedene Quellen im selben Jahr unterschiedlich viele Supermonde: Es hängt von der gewählten Schwelle für „nah“ ab. Supermonde treten oft in Serien von einigen aufeinanderfolgenden Vollmonden auf, weil der Abstand zwischen Vollmonden (etwa 29,5 Tage) etwas länger ist als der zwischen Perigäen (etwa 27,5 Tage). Zu den Phasen siehe Mondphasen.
Wie groß ist der Unterschied mit bloßem Auge?
Der mittlere Winkeldurchmesser des Mondes beträgt etwa ein halbes Grad. Ein Unterschied von bis zu etwa 14 % zwischen fernstem und nächstem Vollmond ist eine sehr kleine Winkeländerung. Ohne Vergleichsobjekt und ohne Fotos mit identischen Einstellungen ist er schwer wahrzunehmen. Deshalb sehen viele, die einen Supermond beobachten wollen, einen schönen, hellen Vollmond und keinen „riesigen“. Die zusätzliche Helligkeit fällt oft eher auf als die Größe, ist aber ebenfalls moderat.
Wenn du selbst vergleichen möchtest, fotografiere den Vollmond mit demselben Objektiv im Perigäum und im Apogäum und lege die Bilder übereinander. Dann wird der Unterschied deutlich und messbar.
Manche Supermonde fallen mit anderen Ereignissen zusammen, etwa einer Mondfinsternis oder einem sogenannten Blue Moon. Siehe auch Blue Moon.
Die Mondtäuschung am Horizont
Der auffälligste Effekt beim Mondaufgang hat gar nichts mit der Entfernung zu tun. Der Mond nahe dem Horizont wirkt viel größer als hoch am Himmel, doch Fotos zeigen, dass seine Größe praktisch gleich ist. Das ist die Mondtäuschung: ein Wahrnehmungseffekt, keine physikalische Veränderung. Tatsächlich ist der Mond am Horizont sogar etwas weiter von uns entfernt als hoch am Himmel, denn steht er im Zenit, sind wir ihm um fast einen Erdradius (etwa 6.400 Kilometer) näher.
Die Wissenschaft ist sich über die Ursache nicht ganz einig. Eine oft diskutierte Idee besagt, dass das Gehirn die Scheibe mit Objekten am Boden wie Bäumen, Gebäuden und Hügeln vergleicht und sie dadurch größer wahrnimmt. Eine andere betrifft, wie wir die Entfernung zur Himmelskuppel wahrnehmen. Die Täuschung ist tendenziell stärker, wenn Landmarken im Blick sind.
Ein einfacher Test: Halte eine kleine Münze mit ausgestrecktem Arm vor den Mond am Horizont und vergleiche, dann noch einmal, wenn der Mond hoch steht. Du wirst sehen, dass die Größe gleich ist.
Den Supermond genießen
Am eindrucksvollsten ist der Anblick beim Mondaufgang, wenn sich Täuschung und ein erdnaher Mond verstärken. Such dir einen Platz mit freiem Horizont und wenig Lichtverschmutzung. Mehr Tipps: So beobachtest du den Himmel.
Ein Supermond ist ein schöner Anlass, nach oben zu schauen und sich daran zu erinnern, dass Himmelskörper sich auf Ellipsen bewegen und nicht auf perfekten Kreisen.
Fragen und Antworten
Was ist ein Supermond?
Ein Supermond ist ein Vollmond (oder Neumond) nahe dem Perigäum, dem erdnächsten Punkt der Mondbahn um die Erde. Der Begriff ist volkstümlich und kein offizieller astronomischer Fachbegriff.
Wie viel größer ist ein Supermond?
Laut NASA kann ein Vollmond im Perigäum bis zu etwa 14 % größer und bis zu etwa 30 % heller erscheinen als einer im Apogäum. Mit bloßem Auge ist der Unterschied subtil.
Was ist ein Mikromond?
Ein Mikromond ist ein Vollmond nahe dem Apogäum, dem fernsten Punkt der Mondbahn. Er wirkt etwas kleiner und schwächer als ein durchschnittlicher Vollmond.
Warum wirkt der Mond beim Aufgang riesig?
Das ist die Mondtäuschung, ein Wahrnehmungseffekt. Die gemessene Größe des Mondes am Horizont ist dieselbe wie hoch am Himmel, die genaue Ursache wird noch diskutiert.
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