Der Himmel – Astronomie
Blauer Mond: Was der Begriff wirklich bedeutet
Ein Blauer Mond ist meist der zweite Vollmond in einem Kalendermonat. Eine ältere, jahreszeitliche Definition nennt so den dritten Vollmond in einer Jahreszeit mit vier Vollmonden. Der Name ist ein Kalenderbegriff und keine Farbbeschreibung. Der Mond wirkt nur unter seltenen Bedingungen bläulich, etwa bei Rauch oder Vulkanasche in der Luft.
Der Ausdruck „Blauer Mond“ klingt nach einer Farbe, in der Astronomie ist er aber vor allem eine Art, Vollmonde im Kalender zu zählen. Hier findest du die beiden Definitionen, die Herkunft des Begriffs und die Frage, wann der Mond tatsächlich bläulich aussehen kann.
Zwei Definitionen: monatlich und jahreszeitlich
Ein monatlicher Blauer Mond ist ein zweiter Vollmond im selben Kalendermonat. Das ist die heute gebräuchlichste Definition. Ein Beispiel ist der 31. August 2023, als der zweite Vollmond des Monats zugleich ein Supermond war (ein Vollmond, der auftritt, wenn der Mond der Erde relativ nahe ist; siehe Supermond).
Ein jahreszeitlicher Blauer Mond ist die ältere Definition. Eine astronomische Jahreszeit, die von einer Tagundnachtgleiche zu einer Sonnenwende reicht oder umgekehrt, enthält normalerweise drei Vollmonde. Manchmal sind es vier, und dann heißt der dritte der vier Blauer Mond.
Beide Definitionen beruhen auf dem Zählen. Keine sagt etwas über die Farbe des Mondes aus, und keine beschreibt einen physikalisch besonderen Vollmond.
Warum es dazu kommt: einfache Arithmetik
Der Zyklus der Mondphasen, der synodische Monat, dauert im Mittel etwa 29,53 Tage (mehr dazu unter Mondphasen). Die meisten Kalendermonate sind mit 30 oder 31 Tagen länger. Deshalb fällt manchmal ein Vollmond ganz an den Monatsanfang, und der nächste passt noch ans Monatsende.
Zwölf Mondzyklen ergeben etwa 354 Tage, ein Jahr hat aber rund 365. Der Unterschied von etwa 11 Tagen summiert sich, bis ein „zusätzlicher“ Vollmond entsteht. Deshalb gibt es im Durchschnitt alle zwei bis drei Jahre einen monatlichen Blauen Mond, wobei die Abstände nicht ganz regelmäßig sind.
Der Februar ist zu kurz für zwei Vollmonde. Manchmal hat er gar keinen, und dann können die benachbarten Monate je zwei haben.
Der Zeitpunkt des Vollmonds ist weltweit derselbe, sein Kalenderdatum hängt aber von der Zeitzone ab. An manchen Orten kann ein Blauer Mond deshalb auf das benachbarte Datum fallen. Der nächste monatliche Blaue Mond ist am 31. Mai 2026.
Woher der Ausdruck kommt
Die englische Redewendung „once in a blue moon“ bedeutet „sehr selten“. Sie ist älter als die astronomische Bedeutung und war ursprünglich nur ein Bild für etwas Ungewöhnliches.
Die jahreszeitliche Definition geht auf eine amerikanische Veröffentlichung zurück, den Maine Farmer’s Almanac, der Vollmonde nach einer jahreszeitlichen Zählung benannte. Der üblichen Darstellung zufolge hat ein Artikel in der Zeitschrift Sky & Telescope von 1946 diese Regel als „zweiter Vollmond im Monat“ missverstanden. Die monatliche Bedeutung verbreitete sich in den folgenden Jahrzehnten und ist heute die bekannteste.
Kann der Mond blau aussehen?
Normalerweise nicht. Der Mond ist gräulich und reflektiert Sonnenlicht. Tief am Horizont kann er gelblich oder orange wirken, weil die Atmosphäre mehr vom blauen Licht wegstreut und mehr Rot durchlässt.
In seltenen Fällen nimmt der Mond doch einen bläulichen oder grünlichen Schimmer an. Die Ursache sind Partikel in der Luft einer bestimmten Größe, etwa ein Mikrometer, die rotes Licht stärker streuen als blaues. Solche Partikel entstehen nach gewaltigen Vulkanausbrüchen oder bei großen Waldbränden. Nach dem Ausbruch des Krakatau 1883 wurden weltweit ungewöhnlich gefärbte Sonnen und Monde gemeldet. Diese Ereignisse haben nichts mit dem Kalender zu tun: Ein Blauer Mond nach Zählung ist nicht blauer als jeder andere Vollmond, und ein bläulicher Mond kann in einer Nacht erscheinen, die gar kein Blauer Mond ist.
Der Blaue Mond und der Kalender
Der Blaue Mond erinnert uns daran, dass Kalender und Mondzyklus nicht im Gleichschritt laufen. Das Sonnenjahr bestimmt die Jahreszeiten, unsere Kalendermonate sind Konventionen, und der Mondmonat ist ein weiteres, kürzeres Zeitmaß.
Er ist auch ein guter Anlass, den Blick nach oben zu richten. Jeder Vollmond lohnt das Hinschauen, besonders in einer klaren Nacht fern vom Licht der Stadt. Mehr über unseren Trabanten liest du unter Der Mond.
Kurz gefasst
- Monatlicher Blauer Mond: ein zweiter Vollmond in einem Kalendermonat.
- Jahreszeitlicher Blauer Mond: der dritte Vollmond in einer Jahreszeit mit vier Vollmonden.
- Der Name ist ein Kalenderbegriff und keine Farbbeschreibung.
- Ein bläulicher Schimmer tritt nur auf, wenn ungewöhnliche Partikel in der Atmosphäre sind.
Fragen und Antworten
Was ist ein Blauer Mond?
Meist ist es der zweite Vollmond in einem Kalendermonat. Nach der älteren jahreszeitlichen Definition ist es der dritte Vollmond in einer Jahreszeit, die vier enthält.
Ist ein Blauer Mond wirklich blau?
Nein. Der Name kommt vom Zählen der Vollmonde. Der Mond kann nur bläulich wirken, wenn Rauch oder Vulkanasche mit der passenden Partikelgröße in der Luft ist, was selten vorkommt.
Wie oft gibt es einen Blauen Mond?
Ein monatlicher Blauer Mond tritt im Durchschnitt etwa alle zwei bis drei Jahre auf. Der Mondzyklus dauert etwa 29,53 Tage, und ein Jahr ist rund 11 Tage länger als zwölf solche Zyklen.
Wann ist der nächste Blaue Mond?
Der nächste monatliche Blaue Mond ist am 31. Mai 2026, der zweite Vollmond dieses Monats. Das genaue Datum kann je nach Zeitzone um einen Tag abweichen.
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