Lektionen · Der Himmel · 1
Die Himmelskugel: Horizont, Zenit, Himmelsrichtungen
Ziel: Nach dieser Lektion findest du dich mithilfe von Horizont, Zenit und den vier Himmelsrichtungen am Himmel zurecht und kannst beschreiben, wo sich ein Objekt befindet.
Der Himmel als riesige Schale
An einer klaren Nacht wirken die Sterne wie auf eine riesige Kuppel rund um dich geheftet. Astronomen nennen diese gedachte Kugel die Himmelskugel. Sie ist kein echtes Objekt: Die Sterne sind sehr unterschiedlich weit von uns entfernt. Als Modell zur Orientierung ist sie aber wunderbar praktisch. Sie wird seit Jahrhunderten genutzt, und auch der 3D-Himmel von Astronativa verwendet sie.
Der Horizont und der Zenit
Der Horizont ist die Linie, an der Himmel und Land oder Meer sich zu berühren scheinen. Er trennt den Teil des Himmels, den du sehen kannst, von dem Teil, der unter deinen Füßen verborgen liegt.
Der Zenit ist der Punkt direkt über dir, die größte Höhe über dem Horizont: in allen Richtungen 90° von ihm entfernt. Der gegenüberliegende Punkt unter deinen Füßen heißt Nadir.
Jede Beobachterin und jeder Beobachter hat einen eigenen Zenit. Wenn du in Sofia bist und ein Freund in Burgas, zeigen eure Zenite auf leicht unterschiedliche Stellen zwischen den Sternen.
Die vier Himmelsrichtungen
Der Horizont hat vier Hauptpunkte: Norden, Osten, Süden und Westen. Die Sonne geht ungefähr im Osten auf und ungefähr im Westen unter (genau im Osten und Westen nur um die Tagundnachtgleichen). Im übrigen Jahr verschiebt sich der Aufgangspunkt, was mit den Jahreszeiten zusammenhängt.
Wenn du nicht weißt, wo Norden ist, kann dir auf der Nordhalbkugel der Polarstern helfen. Er steht nahe am nördlichen Himmelspol. Du findest ihn mithilfe des Großen Wagens, eines Sternbilds im Großen Bären. Wenn du zu ihm schaust, ist Norden vor dir, Süden hinter dir, Osten rechts und Westen links.
Beschreiben, wo etwas steht
Um zu sagen, wo sich ein Objekt befindet, verwenden Astronomen zwei Zahlen:
- Azimut – die Richtung entlang des Horizonts, in Grad gemessen. Norden ist meist 0°, Osten 90°, Süden 180°, Westen 270°.
- Höhe – der Winkel über dem Horizont: 0° am Horizont und 90° im Zenit.
Ein Objekt bei Azimut 90° und Höhe 30° steht zum Beispiel im Osten, ein Drittel des Weges hinauf zum Zenit. Deine Hand ist ein praktisches Lineal: Eine Faust mit ausgestrecktem Arm misst etwa 10°.
Warum sich der Himmel dreht
Sterne gehen auf und unter, weil sich die Erde um ihre Achse dreht, sodass sich die Himmelskugel scheinbar um uns dreht. Deshalb gehen die Sonne und der Mond im Osten auf und wandern Richtung Westen. Wie lange ein Objekt über dem Horizont bleibt, hängt von deinem Standort und der Jahreszeit ab.
Ein Beobachtungstipp
Wähle einen Ort mit freiem Horizont, am besten abseits von starkem Licht; weitere Tipps findest du unter So beobachtest du den Himmel. Nimm dir Zeit: Die Augen brauchen etwa 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, und dann zeigt der Himmel viel mehr.
Damit kennst du jetzt das Grundvokabular der Himmelsbeobachtung: Horizont, Zenit, Himmelsrichtungen, Azimut und Höhe. Es wird dir jeden weiteren Gedanken erleichtern.
Übung am Himmel
- 1. Öffne den 3D-Himmel von Astronativa und lege deinen Standort fest. Finde den Horizont und die Richtungen Norden, Osten, Süden und Westen. 2. Drehe die Ansicht so, dass du direkt nach oben zum Zenit schaust. Beschreibe, was sich gerade dort befindet. 3. Wähle ein helles Objekt und notiere sein ungefähres Azimut und seine Höhe. 4. Geh nach Sonnenuntergang nach draußen, finde Norden (zum Beispiel mit dem Polarstern) und miss mit deiner Faust die Höhe desselben oder eines anderen hellen Objekts. 5. Vergleiche deine Beobachtungen mit dem 3D-Himmel und achte darauf, wie nah sie beieinanderliegen.
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