Lektionen · Die Tradition · 2
Die 12 Zeichen: Elemente und Kreuze
Ziel: Nach dieser Lektion kannst du die 12 Zeichen nach Element und nach Kreuz ordnen und erklären, was die Tradition über jede Gruppe sagt.
Astrologie ist hier kulturelle Tradition – zur Inspiration, keine Wissenschaft.
Zwölf Zeichen, eine Ordnung
In der vorigen Lektion haben wir gesehen, dass der Tierkreis ein Band am Himmel rund um die Ekliptik ist, die scheinbare Bahn der Sonne im Lauf des Jahres. Die astrologische Tradition teilt ihn in 12 gleiche Abschnitte von je 30° (Grad), jeder mit einem Namen. Das sind die Zeichen. Denk daran: Ein Zeichen ist ein Abschnitt eines Kreises, kein Sternbild. Der Artikel Warum die Tierkreiszeichen nicht mit den Sternbildern übereinstimmen erklärt, warum das so ist.
In der astrologischen Tradition sind die 12 Zeichen mehr als eine bloße Liste. Sie sind nach zwei klaren Prinzipien geordnet: Elemente und Kreuze. So lassen sich zwölf Namen leichter merken und verstehen.
Die vier Elemente
Es gibt vier Elemente, jedes mit drei Zeichen im Abstand von 120° (dem Winkel, den die Tradition Trigon nennt).
- Feuer – Widder, Löwe, Schütze. Die Tradition verbindet sie mit Wärme, Initiative und Tatkraft.
- Erde – Stier, Jungfrau, Steinbock. Verbunden mit Bodenständigkeit, Beständigkeit und Sorgfalt für das Greifbare.
- Luft – Zwillinge, Waage, Wassermann. Verbunden mit Kommunikation, Ideen und Verbindungen zwischen Menschen.
- Wasser – Krebs, Skorpion, Fische. Verbunden mit Sensibilität, Tiefe und Fantasie.
Mehr dazu findest du auf der Seite über die Elemente.
Die drei Kreuze
Das zweite Prinzip teilt die Zeichen in drei „Kreuze“ ein, auch Qualitäten oder Modalitäten genannt. Jedes Kreuz hat vier Zeichen, eines aus jedem Element.
- Kardinal – Widder, Krebs, Waage, Steinbock. Sie eröffnen die Jahreszeiten: In der Astrologie tritt die Sonne bei den Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden in sie ein. Die Tradition beschreibt sie als anstoßend und handlungsfördernd.
- Fix – Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Sie liegen in der Mitte der Jahreszeit und stehen in der Tradition für Beständigkeit und Treue.
- Veränderlich (beweglich) – Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische. Sie schließen die Jahreszeit ab und werden mit Anpassung und Übergang verbunden.
Mehr dazu unter Die Kreuze. Der Bezug zu den Jahreszeiten ist schön: Die Ordnung folgt dem Jahreslauf der Sonne.
Wie beides zusammenkommt
Jedes Zeichen ist eine einzigartige Kombination: Der Widder ist kardinales Feuer, der Stier fixe Erde, die Zwillinge veränderliche Luft, der Krebs kardinales Wasser und so weiter. Zwei Zeichen desselben Elements haben eine ähnliche „Farbe“, unterscheiden sich aber im „Tempo“. Die Tradition nutzt das als beschreibende Sprache, nicht als Urteil über einen Menschen.
Was du dir merken solltest
Das ist eine kulturelle Tradition, keine Wissenschaft. Planeten und Sterne verursachen weder Charakter noch Ereignisse; Elemente und Kreuze sind eine symbolische Landkarte, mit der Menschen seit Jahrhunderten ihre Beobachtungen ordnen. Du kannst sie als Anregung zum Nachdenken nutzen: Welches Element zieht dich an, welcher Rhythmus kommt dir vertraut vor, was möchtest du entwickeln? Es gibt keine „guten“ oder „schlechten“ Gruppen – jede hat ihre Gabe und ihre Herausforderung.
In der nächsten Lektion lernen wir die Planeten als „Figuren“ dieser Geschichte kennen.
Übung am Himmel
- 1. Öffne den 3D-Himmel in Astronativa und finde die Ekliptik – die Linie, der die Sonne folgt und in deren Nähe Mond und Planeten wandern. 2. Wähle das heutige Datum und sieh nach, in welchem Zeichen die Sonne steht. Notiere dir Element und Kreuz. 3. Verschiebe das Datum auf die nächste Tagundnachtgleiche oder Sonnenwende und beobachte, wie die Sonne in ein kardinales Zeichen eintritt. 4. Finde den Mond und verfolge ihn über einige Tage durch mehrere Zeichen. 5. Schau draußen unter freiem Himmel in der Dämmerung nach einem hellen Planeten nahe der Ekliptik und überlege, in welchem Abschnitt des Tierkreises er steht.
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